Die heutige Kathedrale stammt in wesentlichen Teilen aus der Zeit nach Abaelard; sie ist ein Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert. Die Bombardierungen von 1914 zerschnitten das Schiff in zwei Teile und legten einen Turm um. Die Wiederherstellungsarbeiten wurden 1937 beendet. Der 1177 begonnene südliche Arm des Querschiffs ist ein Meisterwerk der Gotik. Gegenüber dem nördlichen Arm des Querschiffs liegt die Place du Cloître mit einem Haus aus dem 13. Jahrhundert. Die Kirche Saint-Pierre stammt aus der Zeit Abaelards und lässt erahnen, wie einst auch der Dom ausgesehen haben mag.
In Saint-Médard, einem Kloster bei Soissons, wurden die Gebeine des Heiligen Medardus aufbewahrt. Dieser war - etwa 485 geboren - Bischof von Noyon gewesen und vor dem Jahre 560 verstorben. Die Gründung dieser Abtei kennzeichnete den Willen der Merowingerkönige, eine Begräbnisstätte für die königliche Familie zu errichten. Heute umfasst das ehemalige Klosterareal eine Schule mit Internat und eine Blindenanstalt. An den Überresten der Krypta aus dem 9. Jahrhundert werden Restaurationsarbeiten durchgeführt. Zur Zeit des Konzils von Soissons war Gottfried Hirschhals Abt von Saint-Médard. Er wurde später Bischof von Châlons-sur-Marne und war ein Freund Bernhards von Clairvaux. Prior war jener Gosvin, mit dem Abaelard während seiner ersten Pariser Zeit Auseinandersetzungen hatte. Entsprechend der Vita dieses Mannes, der später auch Bischof und Abt wurde, sei Abaelard von ihm dort gemaßregelt worden. Doch dieser hatte noch immer
einflussreiche Freunde. Der Klan um Stephan von Garlande besaß noch die Macht, und Gottfried von Chartres und Burkhard von Meaux waren die einflussreichen Bischöfe dieses Klans. Das Urteil über Abaelard wurde aufgehoben, und dieser kehrte schließlich nach Saint-Denis zurück.
Es wurden dort hingebracht die Ungebildeten, damit sie erzogen, die Regellosen, damit sie gebessert, die Halsstarrigen, damit sie gebändigt würden. Dort erlangten die Armen Hilfe und die Reichen Rat... Vita Goswini