Paraklet

Kein Ort ist so sehr mit
Heloïsa und
Abaelard verbunden wie diese ländliche Idylle am Flüsschen
Ardusson bei
Nogent-sur-Seine in der "trockenen"
Champagne. Zur Zeit seiner Gründung als Einsiedelei im Jahre 1122 handelte es sich nur um ein Stückchen unbesiedelte Wildnis, etwas abseits von
Nogent-sur-Seine gelegen. Das nach 1129 hier entstandene Kloster gilt als
Stein gewordenes Symbol für die Rettung des Paares aus seelischer Not, für ihre im Dialog entwickelte Theologie, für die Utopie eines Klosters, in dem Frauen wie Männer gleichberechtigt im Glauben leben sollten. Jahrhunderte nach dem Tode
des gründerpaares existierte dieses Kloster weiter, als Mutterabtei mit mehreren Tochterkonventen. Erst die französische Revolution besiegelte
sein Schicksal. Heute weht ein etwas wehmütiger Hauch durch die
Flussaue und über die wenigen steinernen Reste, die von den Konventsgebäuden übrigblieben.
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